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Ratgeber

Windpocken (Varizellen) bei Kindern: Alles, was Sie über Symptome, Ursachen und Behandlung wissen sollten

Dr. med. Christine Stettner

Dr. med. Christine Stettner

9. April 2026

lesezeit

5 min

Windpocken (Varizellen) gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind hoch ansteckend. In den meisten Fällen verlaufen sie bei gesunden Kindern mild, können jedoch starken Juckreiz und Unwohlsein verursachen. In diesem Beitrag erklärt Dr. med. Christine Stettner, wie Windpocken übertragen werden, welche Symptome typisch sind, wie die Erkrankung verläuft und welche Massnahmen die Beschwerden lindern.

 

Was sind die Ursachen der Windpocken und wie wird diese Krankheit übertragen?

Windpocken (Varizellen) sind eine hochansteckende Kinderkrankheit, die durch das Varicella-Zoster-Virus verursacht wird. Sie treten in der Schweiz das ganze Jahr über auf. Praktisch die ganze erwachsene Bevölkerung (98 Prozent) weist Antikörper gegen das Virus auf, hat die Krankheit also bereits in der Kindheit durchgemacht. Windpocken verlaufen bei gesunden Kindern meist harmlos, können aber später im Leben zu Gürtelrose (Herpes Zoster) führen. 

Welche Symptome deuten auf Windpocken hin und wie verläuft die Erkrankung?

Die Viren werden durch Atemwegströpfchen in der Luft sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragen, daher auch der Name «Windpocken». Bei einem Windpocken-Ausschlag ist auch die Bläschenflüssigkeit ansteckend. Windpocken treten meist schon im Kindesalter als eine unangenehme, aber in der Regel leichte und gutartige Krankheit auf. Eine infizierte Person ist ansteckend bereits zwei Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags bis zum Zeitpunkt, zu dem die letzten Bläschen zu Krusten geworden sind.

Wie wird die Windpocken-Erkrankung behandelt und welche Massnahmen lindern die Symptome?

Die Behandlung richtet sich vor allem gegen den Juckreiz. Man gibt den Kindern zum einen Antihistaminika in Form von Tröpfchen oder in Tablettenform. Zudem können die Bläschen lokal mit Schüttelmixturen wie Tanno-Hermal behandeln werden, die den Juckreiz lindern, zum Austrocknen der Bläschen führen und damit auch der Narbenbildung vorbeugen. Zum Fiebersenken wird vor allem Paracetamol eingesetzt.

Seit 2023 wird die Impfung gegen Windpocken in der Schweiz als Basisimpfung für alle Säuglinge im Alter von 9 und 12 Monaten empfohlen. Die Impfung wird in der Regel mit einem kombinierten Impfstoff durchgeführt, der gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMRV) schützt.

Ausserdem wird eine Nachholimpfung (ein beziehungsweise zwei Dosen) gegen Varizellen allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Alter zwischen 13 Monaten und 39 Jahren (das heisst bis zum 40. Geburtstag) empfohlen, die bislang nicht an Varizellen erkrankt sind und noch nicht insgesamt zwei Impfdosen erhalten haben.

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